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Therapie
 

Therapie

Operative Therapie

Die Darmkrebstherapie sollte, wenn möglich, auf der Basis einer feingeweblichen Untersuchung durchgeführt werden. Hier ist also der Nachweis von Krebszellen in einer Probe aus dem in einer Spiegelung gefundenen Tumor von entscheidender Bedeutung. Bei der Behandlung unterscheidet man zwischen Dickdarm und Enddarm. Der Enddarm beginnt anatomisch bei 16 cm ab After (mit einem Rektoskop gemessen), darüber liegt der Dickdarm, der seinen Beginn an der Einmündung des Dünndarms in den Dickdarm im Bereich des sogenannten Zoekums hat.

Bei der Operation muss der befallene Darmabschnitt mit den Blutgefäßen und den begleitenden Lymphbahnen und Lymphknoten komplett entfernt werden. Dabei wird die versorgende Hauptschlagader des tumortragenden Darmabschnittes kurz nach dem Abgang aus der nächstgrößeren Schlagader unterbunden. Bei Krebsleiden am Dickdarm kann in den meisten Fällen durch eine Darmnaht (Anastomose) der Darm nach der Entfernung des tumortragenden Darmteils wieder vereinigt werden. Trotzdem kann auch heute noch im Rahmen der Operation die Anlage eines künstlichen Darmausganges, entweder vorübergehend oder dauerhaft, notwendig sein.

Eine moderne Methode zur Entfernung des Darmkrebses ist die Operation in schlüssellochchirurgischer Technik (minimalinvasive Chirurgie / laparoskopische Chirurgie). In mehreren großen Studien wurde belegt, dass diese Technik in Bezug auf die Heilung des Tumorleidens der althergebrachten offenen Chirurgie absolut gleichwertig ist. Neben diesem gleichwertigen Ergebnis, bezogen auf die Heilung des Krebsleidens, bietet die Schlüssellochchirurgie aber eine Reihe von Vorteilen. Als sichtbarster Vorteil kann der große Bauchschnitt vermieden werden. Die Schlüssellochoperation ist in den allermeisten Fällen mit einer geringeren Schmerzintensität und geringerem Blutverlust verbunden. Die Patienten erholen sich schneller von der Operation und die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus verkürzt sich.

Unterstützende Therapie

Durch eine adjuvante (unterstützende) Therapie kann die Heilungschance des Darmkrebses verbessert werden. Bei fortgeschritteneren Stadien mit Lymphknotenbefall oder tiefem Einwachsen in die Darmwand bzw. Überschreiten der Darmwand und Einwachsen in die Nachbarorgane kann eine Chemotherapie nach der Operation sinnvoll sein. Da bei dieser Therapie kein sicher vorhandenes Tumorgewebe nach der kompletten operativen Entfernung mehr vorliegt, wird diese Behandlung als unterstützende Chemotherapie bezeichnet (adjuvante Chemotherapie). Das Ziel ist zu verhindern, dass das Krebsleiden erneut auftritt oder sich der Darmkrebs in anderen Organen wie z. B. der Leber absiedelt. Damit kann die Heilungsrate gesteigert werden. Bezüglich der Chemotherapie sind in letzter Zeit moderne Medikamente entwickelt worden, die auch bei fortgeschrittenen Tumoren das Ergebnis bezüglich der Heilung weiter verbessern können.

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